Nachdem ich letztens meine Ideen für den Einsatz von Wikis im Unterricht dargelegt habe, will ich jetzt noch auf konkrete Erfahrungen mit Wikis im Unterricht eingehen. Das Internet selbst bietet sehr viele Erfahrungsberichte und Tipps zur Anwendung zu diesem Thema.

Zum Beispiel bin ich auf eine Diplomarbeit mit dem Thema „Der Einsatz von Weblogs und Wikis im Berufsschulunterricht“ (W. Prüher – Rohrbach, 2007)  gestoßen. Der Autor gibt verschiedene Tipps, auch zur Organisation des Unterrichts mit Wikis und Anleitungen zur Einrichtung und (Grund-)Gestaltung des Wikis. Außerdem wird die Lehrerrolle in einem solchen Unterrichtssetting betrachtet. Diese Betrachtung bleibt zwar kurz, jedoch bestätigt sie, dass Wikis die aktuelle Interpretation des Lehrers als Navigator unterstützt.

Der Autor führt auch ein eigenes Wiki zum Thema „Wikis im Unterricht“, wo sich Tutorials zur Erstellung und einiges mehr finden lässt:

http://lernenheute.wikispaces.com/wikis

Den besten Beitrag zu diesem Thema habe ich von Andreas Kalt gefunden. Auf seiner Webseite berichtet er über den Einsatz von Wikis in verschiedenen Kursen:

http://www.rete-mirabile.net/lernen/erfahrungen-wikis-unterricht/

Seine Kurse bearbeiten große Projekte, was den Einsatz von Wikis sicherlich begünstigt. Sehr gut finde ich die Angabe von Schülerfeedbacks, die jeweils kurz kommentiert werden. Den größten Kritikpunkt stellt die Tatsache dar, dass die Wikiseiten häufig von fleißigen SchülerInnen zügig erstellt werden, sodass anderen SchülerInnen die Chance genommen wird sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Viele SchülerInnen befürchten hierdurch eine schlechte Benotung, da die Gestaltung der Seiten (soweit ich das richtig aus der Darstellung entnommen habe) häufig zur Hausaufgabe aufgegeben wurde. Generell finde ich die Idee gut, stillen SchülerInnen durch die Bearbeitung einer Wikiseite die Möglichkeit zu geben ihre mündliche Note zu verbessern, allerdings scheint das Hausaufgaben-System nicht sonderlich gut zu funktionieren. Eine Möglichkeit zur Verbesserung ist mir bisher allerdings auch noch nicht eingefallen.

Neben der Angst vor technischen Problemen (Stromausfall, keine/schlechte Internetverbindung), die das Lernen verhindern, war ein weiteres Problem die ausschließliche Verfügbarkeit der Lernmaterialien auf dem Computer. Die SchülerInnen empfinden das Lernen am Computer als unflexibel. Außerdem lernen einige SchülerInnen lieber mit einem klassischen Heft oder Ordner, da sie nicht so lange am Computer lesen/arbeiten können. Das größte Problem hieran ist der fehlende Heftmitschrieb. Schülerinnen und Schüler müssen sich am Ende des Jahres somit ihre eigenen Zusammenfassungen schreiben oder viele Seiten drucken, was ein erheblicher Nachteil an der Benutzung des Wikis ist. Vor allem, da Wikiseiten dazu tendieren können, Themen ausufernd statt zusammenfassend darzustellen, da möglichst viele SchülerInnen mitarbeiten wollen (wie oben beschrieben). Das lässt sich dadurch korrigieren, dass allen SchülerInnen deutlich bewusst werden muss, dass das Wiki einen strukturierenden und zusammenfassenden Charakter haben sollte.

Das waren die am häufigsten (von SchülerInnen) genannten Nachteile eines Wikis im Unterricht, auf die Vorteile werde ich nicht wieder eingehen, da sie hauptsächlich mit den aus didaktischer und pädagogischer Sicht zu erwartenden Vorteilen übereinstimmen. Hier eine kurze Übersicht dazu:

http://herr-kalt.de/arbeitsmethoden/warum-wikis

 

Zum Abschluss will ich noch zwei gelungene Wikis, die im Unterricht entstanden sind, anhängen:

http://www.bs-wiki.de/mediawiki/index.php/Willkommen_beim_Projekt_%22Wiki%22_der_Berufsschule_Winsen

http://rmg.zum.de/wiki/Hauptseite

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